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Fairtrade-Universities
13.12.2022

Panel an der Universität zu Köln: Die Macht der öffentlichen Hand

Bei einer Podiumsdiskussion an der Fairtrade-University Köln diskutierten die Teilnehmenden über die Zukunft der fairen öffentlichen Beschaffung an Hochschulen.

Die Panelgäste (von links): Regina Fock, Dirk Baykal, Moderatorin Kerstin Pettenkofer, Alexander Griebler, Dr. Pamela Kilian und Lisa Herrmann

500 Milliarden Euro – so viel Geld geben öffentliche Stellen in Deutschland jedes Jahr für die Beschaffung aus. Dazu zählen zum Beispiel der Kauf von Arbeitskleidung oder das Catering bei Veranstaltungen. 

"Früher musste bei solchen Einkäufen immer das Angebot mit dem günstigsten Preis ausgewählt werden", erklärte Dirk Baykal, Coordinator Sustainability Supply Chain beim Service-Anbieter CWS. Er war einer der Podiumsgäste bei der Veranstaltung "Die Macht der öffentlichen Hand – Globale Auswirkungen lokaler Beschaffung", die vom Global South Study Center/ Kompetenzzentrum Fairer Handel der Universität zu Köln und von Fairtrade Deutschland organisiert wurde. 

Die Vorgabe, dass bei Beschaffungen vor allem der Preis zählt, änderte sich 2016. Seit der Vergaberechtsreform aus diesem Jahr steht die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung im Vordergrund. Das ermöglicht es den öffentlichen Stellen, neben dem Preis auch andere Kriterien anzuwenden – etwa, ob ein Produkt umweltfreundlich oder fair produziert wurde.

"In der Wissenschaft haben wir eine klare Vorstellung, wie Nachhaltigkeit aussehen muss", betonte Alexander Griebler von der Montanuniversität Leoben. "Wir als Universitäten müssen unserer Verantwortung endlich gerecht werden und als Vorbild den Weg Richtung Nachhaltigkeit gehen. Auf Grund unserer anthropogenen Lebensweise ist Nachhaltigkeit momentan ein rein fiktives Gedankenexperiment. Was uns positiv stimmen sollte ist, dass wir alle Werkzeuge, die es für eine Nachhaltigkeitswende benötigt, schon besitzen. Wir müssen nur endlich unseren Werkzeugkasten richtig einsetzen."

Inwieweit Universitäten bereits auf eine öko-soziale Beschaffung achten, untersuchte eine Studie im Auftrag von Fairtrade Deutschland. "Die Unis haben großes Interesse daran, möglichst fair und nachhaltig zu beschaffen", fasste Lisa Herrmann, Leitung Kampagnen und Engagement bei Fairtrade Deutschland, die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Die meisten wünschen sich dabei aber mehr Unterstützung, zum Beispiel, um die rechtlichen Vorgaben besser zu verstehen.

Das nimmt auch Dr. Pamela Kilian von der Universität zu Köln wahr. Sie plant deshalb, Handreichungen zu erstellen, die etwa erklären, wie Veranstaltungen nach öko-sozialen Kriterien geplant werden können. Mit der AG Sustainability sollen die bereits vorhandenen Angebote an der Hochschule außerdem untereinander vernetzt und Raum für Fragen und Anregungen geboten werden. Auch die Stadt Köln plant, im kommenden Jahr Schulungen zum Thema nachhaltige Beschaffung durchzuführen, sagte Regina Fock, Fachjuristin Vergaberecht bei der Stadt. "Wir haben jedes Jahr rund 1200 Vergaben – die wollen wir nun Stück für Stück nachhaltiger gestalten."

Moderiert wurde die Veranstaltung von Kerstin Pettenkofer (Sustainable at Work).

Links: 

Weitere Informationen zu Nachhaltigkeit an der Fairtrade-University Köln

Zur Studie „Öko-soziale Beschaffung an deutschen Hochschulen“

Weitere Infos zu Beschaffung und Fairtrade

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